- Forschungsgeleitete Lehre. Unsere Lehrenden sind in der Forschung aktiv (peer-reviewed Veröffentlichungen, Forschungsgrants, Tagungen etc.). Forschungsgeleitete Lehre ermöglicht Studierenden Einblick in die neuesten und spannendsten Debatten der KAEE.
- Plurale Fachtraditionen. Durch die Zusammenstellung des Stundenplans und die Präsenz von Lehrenden aus verschiedenen Fachtraditionen haben Studierende die Möglichkeit, sich mit den verschiedenen Traditionen innerhalb und außerhalb des deutschen Vielnamensfaches (Empirische Kulturwissenschaft, Volkskunde, Kulturwissenschaft etc.) vertraut zu machen. Dies ermöglicht ihnen, intellektuellen Debatten zu folgen, die über interne Fachgrenzen hinausgehen.
- Interdisziplinarität durch die bundesweit einmalige Verzahnung mit den Fächern Film-, Theater- und Medienwissenschaft (FTMK) (s.u.)
- Internationalisierung. Studierende lernen, sich auf verschiedenen Ebenen zu orientieren, um sich Karrieremöglichkeiten in Rheinland-Pfalz, im gesamten Bundesgebiet und innerhalb der Europäischen Union zu erschließen.
- Weil Europa nicht nur Westeuropa ist, bietet unser – bundesweit einmaliger – Regionalschwerpunkt Südost- und Osteuropa in den KAEE-Landschaften Studierenden besondere fachliche Einblicke in diese spannende europäische Region.
- Lehrforschungsprojekte auf lokaler und regionaler Ebene, unter aktiver Einbindung lokaler Gemeinschaften. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Förderung sozialer Gerechtigkeit und den Aufbau nachhaltiger Beziehungen.
- Engagement für bessere Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft.
Berufsfelder
- Presse, Rundfunk und Fernsehen
- Museen und Ausstellungsbereich
- Kulturmanagement und Kulturvermittlung
- Bibliotheken und Archive
- Marketing und Werbung
- Freizeit- und Tourismusbranche
- Universitäten und Forschungsinstitute (Forschung & Lehre)
- Anschlussmöglichkeit Master-Studiengang oder Promotion an der JGU Mainz
Studium, Inhalte und Perspektiven
FTMK – eine bundesweit einzigartige Fächerkombination
Das Institut FTMK vereint die Fächer Filmwissenschaft/Mediendramaturgie, Theaterwissenschaft,
Medienkulturwissenschaft und Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie sowie den Arbeitsbereich Alltagsmedien und Digitale Kulturen in einem gemeinsamen Institut.
Der interdisziplinäre Zusammenschluss der Disziplinen erkennt an, dass eine umfassende akademische Ausbildung in den modernen Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaften nicht ohne Forschung und Lehre an den Rändern des eigenen Faches gelingen kann. Derzeit sind ca. 1.500 Studierende in drei grundständigen B.A.-Studiengängen und fünf weiterführenden Masterstudiengängen eingeschrieben. Diese Studiengänge ergänzen die fachspezifische Ausbildung durch interdisziplinäre Inhalte aus den Nachbardisziplinen. Der integrierte Studienbereich Kultur Theater Film fungiert als Plattform für transdisziplinäres Lernen und bietet wichtige Impulse für Forschungskooperationen zwischen den verschiedenen Fachbereichen des Instituts.
Die Anfänge der Disziplin Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sind eng mit der Geschichte des Deutschen Instituts verbunden. Es waren zunächst Germanisten, die das Fach Volkskunde an der Universität mitvertraten. Zu ihnen gehörten die Professoren Kurt Wagner (1890–1973), Karl Bischoff (1905–1983) und seit 1970 Wolfgang Kleiber (1929–2020), die alle drei eine Zusatz-Venia für Volkskunde besaßen. Eine Stärkung des Faches ergab sich allerdings schon frühzeitig durch die Anstellung von Lutz Röhrich (1922–2006), der 1950 als Assistent an das Deutsche Institut nach Mainz kam und sich hier vier Jahre später für Germanistik und Volkskunde habilitierte. Röhrich schuf die Grundlagen für die Einrichtung einer eigenen Fachprofessur, denn nach seiner Wegberufung 1967 wurde mit Günter Wiegelmann (1928–2008) als Nachfolger erstmals ein Volkskundler ohne germanistisches Profil an die Universität geholt. Wiegelmann blieb allerdings nur kurze Zeit in Mainz und folgte schon 1971 einem Ruf an die Universität Münster. Sein Nachfolger wurde 1972 Herbert Schwedt (1934–2010), der 27 Jahre lang die Geschicke des Faches an der Mainzer Universität maßgeblich bestimmte.
Mit der Neuausschreibung seiner Stelle 1999 ging die Umbenennung des Faches in „Kulturanthropologie/Volkskunde“ einher. Die inhaltliche Neuausrichtung übernahm Michael Simon (geb. 1956), der im Jahr 2000 an die Universität Mainz berufen wurde und das Fach bis zum Wintersemester 2022/23 vertrat. Mit der Neuausschreibung ging – analog zum Jahr 1999 – eine Umbennung des Faches in Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie einher. Für ein Semester übernahm Mirko Uhlig (geb. 1981) die Fachleitung in Vertretung. Seit dem 1. April 2023 wird das Fach von Čarna Brković geleitet.
Bis 2011 gehörte es organisatorisch als eigene Abteilung dem Deutschen Institut an. Danach schloss es sich mit den Fächern Film- und Theaterwissenschaft zu dem neu gegründeten Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft zusammen, das im Fachbereich 05 „Philosophie und Philologie“ beheimatet ist. Die institutionelle Neugliederung war nicht zuletzt durch die Einführung der Reformstudiengänge an der Universität Mainz motiviert, die von den Fächern des neuen Instituts gemeinsam organisiert wurde. Der Start des Bachelorstudiengangs Kulturanthropologie/Volkskunde erfolgte zum Wintersemester 2009/10, Einschreibungen für den Masterstudiengang wurden erstmals zum Sommersemester 2012 entgegengenommen. Der alte Magisterstudiengang, der über viele Jahrzehnte der Regelstudienabschluss im Fach war, lief zum Ende des Sommersemesters 2017 aus.
Der steigenden Nachfrage und den wachsenden Studierendenzahlen wurde in den letzten Jahren durch die Einrichtung weiterer Hochschullehrer/innen/stellen Rechnung getragen: 2004 konnte erstmals eine Juniorprofessur für das Fach ausgeschrieben werden, auf die Timo Heimerdinger (geb. 1973) berufen wurde. Ihm folgte 2010 Asta Vonderau, die bis 2015 an der Universität Mainz verblieb. 2012 erhielt das Fach eine weitere Juniorprofessur, die mit Sarah Scholl-Schneider (geb. 1978) besetzt wurde. Die Nachfolge für Asta Vonderau übernahm 2016 Mirko Uhlig.
Von den akademischen Abschlüssen verdienen die Habilitationen im Fach besondere Erwähnung: Nach Lutz Röhrich erhielten eine Venia legendi für (Kulturanthropologie/) Volkskunde Max Matter (1983), Sabine Doering-Manteuffel (1993) und zuletzt Christina Niem (2012).
Sie interessieren sich für andere Menschen, ungeachtet ihrer Herkunft und Weltanschauungen? Sie interessieren sich für eine Vielfalt von kulturellen Ausdrucksformen in Vergangenheit und Gegenwart? Sie möchten wissen, was qualitative empirische Forschungsmethoden sind? Sie haben Lust, sich mit Kulturtheorien und aktuellen theoretischen Debatten auseinanderzusetzen, und sich dabei auch mit hierzulande unbekannteren europäischen Regionen zu beschäftigen?
Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie
Philosophicum II (Neubau)
Jakob-Welder-Weg 20
55128 Mainz
2. OG, barrierefreier Zugang
Räume 02.301 bis 02.310
- BA-Studentin Annette Eble im Podcast „Dieters Weinbar“
- ERC Consolidator Grant für Prof. Dr. Čarna Brković
- Gesprächsrunde an der Kunsthalle Mainz – Dunkles Vermächtnis: Machtverhältnisse und ihr Einfluss auf die Landschaft
- BA-Studienfachberatung im WiSe 2025/2026 und SoSe 2026
- Neues Themenheft des Schweizerischen Archivs für Volkskunde, Hrsg. Mirko Uhlig, Manuel Trummer, Rebecca Koller und Leonie Schäfer
- Prof. Čarna Brković zur Präsidentin von SIEF gewählt