Wer in andere Länder reist, wundert sich nicht selten, wie viel dort anders ist als in der gewohnten Umgebung. Die eigene Gesellschaft könnte ebenso fremd und merkwürdig aussehen. Kulturanthropolog*innen wollen diese Unterschiede sichtbar und verständlich machen. Sie beschäftigen sich mit alltäglichen kulturellen Praktiken und untersuchen die Einflüsse von Geschlecht, Sexualität, Rassismus, sozialen Schichten und Ungleichheiten, Ethnizität und Nationalismus, Zeit, Region, sozialem Milieu, Alter und vielem mehr auf die sozialen und kulturellen Gegebenheiten.
Während Ihres Studiums der Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie gewinnen Sie einen Überblick über verschiedene Kulturtheorien und vertiefen Ihr Wissen über europäische Gesellschaften. Sie lernen, wie man theoretisch und praktisch an kulturwissenschaftlichen Fragestellungen arbeitet, Forschungen durchführt (z. B. historische Quellenarbeit in Archiven bis hin zu ethnografischen Beobachtungen, Interviews, Umfragen und Social-Media-Erhebungen) sowie Daten reflektiert und interpretiert:
- Welche Selbst- und Fremdbilder entwerfen Menschen – gestern wie heute – in der täglichen Begegnung, in Filmen, Romanen, Museen, Denkmälern und Musik?
- Wie funktionieren Kulturen in der Krise? Warum sind z. B. in einer modernen Wissensgesellschaft in Krisenzeiten Verschwörungstheorien populär?
- Welche gesellschaftlichen und individuellen Vorstellungen stecken hinter einer „gesunden“ Ernährung? Wie werden sie z. B. auf Social-Media-Kanälen in Szene gesetzt?
Kulturanthropolog*innen finden Antworten auf diese und ähnliche Fragen innerhalb breit gefasster Themenbereiche (z. B. Migration, Globalisierung, Europäisierung, Rituale, Medien, Gesundheit und Ernährung, Mode, Gender, Kindheit und Jugend, usw.). Sie helfen somit dabei, die Welt neu zu sehen und sich (gegenseitig) besser zu verstehen.
Das Studium an der JGU zeichnet sich durch einen interdisziplinären Ansatz aus: Es verbindet als einziges Studium in Deutschland Inhalte aus den Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaften mit der Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie. Somit erwerben Sie eine breite Ausbildung im kulturwissenschaftlichen Arbeiten. Eine enge Betreuung durch die Dozierenden und ein ausgeprägter Praxisbezug mit Exkursionen sowie Kontakten zu außeruniversitären Partnerinnen im Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus runden das Studium ab.
Im Kernfachstudium des Faches Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie besteht für Bachelorstudierende die Pflicht, ein Praktikum in einem kulturwissenschaftlichen Berufsfeld abzuschließen. Das Praktikum muss eine Dauer von 4,5 Wochen Vollzeitäquivalenz bzw. 180 Arbeitsstunden (im Modul VIII der PO 2024) oder 6 Wochen Vollzeitäquivalenz bzw. 240 Arbeitsstunden (im Modul 09 der PO 2016) umfassen und mit der Fachberatung abgestimmt werden. Der zuständige Ansprechpartner für Modul VIII | Modul 09 ist Dr. Taylor McConnell (mcconnell@uni-mainz.de).
Sie sind für die Suche nach einem passenden Praktikum selbst verantwortlich, werden aber von der Fachberatung und von dem JGU Career Service während der Suche gerne unterstützt. Das Praktikum kann beliebig während des Studiums abgeschlossen werden, empfohlen ist aber aus zeitlichen Gründen und aufgrund des zu erwerbenden Fachwissens ein Praktikum ab dem 3. oder 4. Fachsemester. Auch ein durch Erasmus+ gefördertes Auslandspraktikum ist möglich, hierfür vereinbaren Sie aber direkt einen Beratungstermin mit Dr. McConnell oder mit der Erasmus+ Fachkoordination, Dr. Grit Wesser (erasmus.kulturanthropologie@uni-mainz.de). Als Nachweis des Praktikums muss eine Praktikumsvereinbarung von der Fachberatung, von Ihnen und schließlich von Ihrem Arbeitgeber unterschrieben und mit dem Praktikumsbericht als Anhang eingereicht werden. Das Formular kann unten im Downloadbereich heruntergeladen werden.
Der Besuch der praktischen Übung zu kulturwissenschaftlichen Berufsfeldern ist für alle Bachelorstudierenden der Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie, also im Kern- (Modul VII | Modul 09) und im Beifach (Modul IV | Modul 06), verpflichtend. Es besteht nach Maßgabe der aktuellen Prüfungsordnung eine Anwesenheitspflicht für diesen Kurs. Die Übung kann ab dem 3. Fachsemester besucht werden und muss nicht zwingend nach dem Praktikum absolviert werden, da die Fachkenntnisse, die durch die Übung gewonnen werden, für die Suche nach einem passenden Praktikumsplatz von hoher Relevanz sind.
Um das Modul abzuschließen muss von Kernfachstudierenden beider Prüfungsordnungen ein unbenoteter Praktikumsbericht im Umfang von 4 bis 5 Seiten eingereicht werden, von Beifachstudierenden in der PO 2016 entweder einen Praktikums- oder einen Projektbericht, in der PO 2024 wird im Beifachstudium keine Prüfungsleistung angefordert. Der Bericht muss eine reflexive Auseinandersetzung mit den bisherigen Berufserfahrungen und den künftigen Berufs- und Lebenszielen aufweisen. Fragen zum Inhalt der Modulprüfung werden im Laufe der praktischen Übung beantwortet.
Weiterführende Informationen finden Sie auf Seite 10 des Modulhandbuchs für Kernfachstudierende (PO 2016) bzw. Seite 13 für die PO 2024.
Im Wahlpflichtmodul „Forschungsfelder“ entwickeln die Studierenden die Fähigkeit, kulturanthropologische Perspektiven auf ausgewählte Forschungsbereiche des Faches in der Praxis anzuwenden sowie einschlägige fachwissenschaftliche Angebote (z. B. Fachtagungen, Exkursionen etc.) zu beschreiben, zu kontextualisieren und darüber zu debattieren.
Das erste Wahlmodul (VI-1) schließt neben einem Seminar zu internationalen Forschungsperspektiven eine praxisorientierte fachwissenschaftliche Spezialisierung (Ü) ein, im Rahmen derer die Studierenden an einer Fachveranstaltung (z. B. Mainzer Kolloquium in Europäischer Ethnologie) teilnehmen können.
Mainzer Kolloquium in Europäischer Ethnologie
Das Mainzer Kolloquium in Europäischer Ethnologie ist eine Vorlesungsreihe, die dienstags um 12-14 Uhr stattfindet. Die Vortragenden sind Kulturwissenschaflter:innen, die im Rahmen des Dienstagskolloquiums ihre Forschung präsentieren und mit uns diskutieren. Das Kolloquium gilt als Lehrveranstaltung im Wahlmodul VI-1. Dadurch bleibt unser wissenschaftliches Personal im Kontakt mit den aktuellen Debatten und Forschungsperspektiven im Fach, und die Studierenden haben eine Möglichkeit, spannende Vorträge zu vielen Themen zu hören und sich besser mit wissenschaftlicher Forschung vertraut zu machen.
Die Studierenden werden herzlich dazu eingeladen, an zumindest fünf Terminen mit den Vortragenden an der Diskussion über den jeweiligen Vortrag teilzunehmen, was bei der Verfassung der Protokolle sicher sehr hilfreich sein kann.
Als Prüfungsleistung verfasst ihr/verfassen Sie bitte ein Protokoll gemäß dem jeweiligen Modul, das sich schwerpunktmäßig mit einem der Vorträge befasst, aber auch Verbindungen zu mindestens zwei weiteren Vorträgen herstellt. Die Protokolle sind auf Moodle hochzuladen.
Wir wünschen euch/Ihnen viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Schauen, Diskutieren und Nachdenken!
Hilfestellung im Vorfeld gibt die BA-Studienfachberatung.
Der Fachschaftsrat vertritt alle Studierenden der Kulturanthropologie und übernimmt die Funktion der Vermittlung zwischen der Studierendenschaft und den Dozierenden. Wir stehen euch beratend bei Fragen oder anderen Anliegen zur Seite. Ihr erreicht uns per E-Mail (fs-kulturanthropologie@uni-mainz.de) oder auf unserem Instagram-Account (fsr_kulturanthropologie_jgu). Für Updates und Informationen könnt ihr auch unsere Mailingliste abonnieren.
Der Fachschaftsrat wird zu Beginn jedes Semesters bei einer Vollversammlung gewählt und vertritt euch im Zentralen Fachschaftenrat (ZeFaR). Außerdem sind wir für die Planung und Durchführung der Einführungswoche zuständig und organisieren einmal im Semester ein Fest, bei dem alle Kulturanthropolog*innen zusammenkommen und sich austauschen können.
Wenn du Interesse hast, dich im Fachschaftsrat zu engagieren, melde dich gerne bei uns!
Für alle Beratungsfälle, bitte verwenden Sie ausschließlich die Beratungsmailadresse studienfachberatung-kaee@uni-mainz.de! Unser Beratungsteam hilft gerne bei Fragen zu:
- Fachinhalten und Studiengängen an der JGU
- Studienaufbau und -planung
- Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen bei Fach- oder Hochschulwechsel
- Prüfungsverfahren
Bei Fragen zum Pflichtpraktikum im Kernfachmodul 9 (PO 2016) bzw. Modul VIII (PO 2024) wenden Sie sich bitte an Dr. Taylor McConnell.
Bei organisatorischen Fragen zu Lehrveranstaltungen und Prüfungen informieren Sie sich bitte auf den Seiten des Studienbüro des Instituts.