Dr. Theresa Perabo

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Forschungsschwerpunkte

  • Wissenschaftsforschung, Wissenschaftskommunikation, Science and Technology Studies
  • Wissenschaftsgeschichte und Epistemologien der Kulturanthropologie/ Volkskunde
  • Kulturwissenschaftliche Archiv- und Sammlungsforschung
  • Alltagsgeschichte des 19. Jahrhunderts
  • Mensch-Umwelt-Beziehungen, Kulturlandschaft - Landschaftskultur
  • Weinkulturforschung

MA HS. Regionalität, Interkulturalität und Globalisierung: Immunität? – Erschütterungen des Alltags.Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das Impfen

Dr. Theresa Perabo

Kurzname: HS Regionalität
Kursnummer: 05.174.650

Inhalt

Die Immunität bezeichnet die Unempfindlichkeit oder Unempfänglichkeit eines Organismus gegen Krankheitserreger. Ihre Bedeutung lässt sich aber nicht allein durch medizinische Konzepte fassen. Die Vorstellung, gegen Infektionskrankheiten geschützt zu sein, ist zentral für die westliche postmoderne Gesellschaft. Der Entwicklung von Impfstoffen und dem systematischen Einsatz von Impfprogrammen ist es zu verdanken, dass für uns – für viele andere Staaten keineswegs – die alltäglichen Seuchen mittlerweile weitestgehend aus dem Bewusstsein verschwunden sind: Immunität als Normalität. Mit der Corona-Pandemie ist diese Selbstverständlichkeit aber erschüttert worden. Neue Brisanz hat das Thema durch den Start der ersten Impfungen gegen das Corona-Virus in den USA und in Großbritannien im Dezember 2020 erlangt.

Im Seminar werden wir uns mit der Entstehung, der Entwicklung und der aktuellen Bedeutung von Immunität beschäftigen, deren Geschichte über medizinische Fortschritte hinaus Perspektiven auf grundlegende soziokulturelle Konzepte und Verhältnisse (Gesundheit - Krankheit, Individuum - Kollektiv, Sicherheit - Freiheit, Wissenschaft - Gesellschaft etc.) erlaubt. Medizinische Präventionsprogramme haben in Vergangenheit und Gegenwart immer wieder zu der Frage geführt, was wichtiger wiegt: die Freiheit des Einzelnen oder das Allgemeinwohl; ein Beispiel jüngeren Datums bildet die Gruppierung „Querdenker“, die verdeutlicht, wie schnell sich Debatten um Infektionskrankheiten zu Diskussionen um gesellschaftliche Ordnungen und Hierarchien ausweiten können. Auch das Thema der Impfstoffverteilung verweist auf dieses Spannungsfeld. Dazu titelte DIE ZEIT in der Dezemberausgabe „Kann ich, soll ich, darf ich?“. Immunität ist derzeit in den Medien omnipräsent. Wir werden auch untersuchen, wie medizinisches Wissen in die Gesellschaft vermittelt wird, und uns dafür mit unterschiedlichen Medienformaten und Darstellungsweisen auseinandersetzen. Berücksichtigt werden sollen dabei besonders auch die globale Perspektive der digitalen Kommunikation über das Corona-Virus, Formen der internationalen Zusammenarbeit und nationalen Grenzziehungen sowie humanitäre Herausforderungen im Zuge von Pandemien.

Empfohlene Literatur

Thießen, Malte (2017). Immunisierte Gesellschaft: Impfen in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, 225). Göttingen. 

Wolff, Eberhard (1998). Einschneidende Maßnahmen: Pockenschutzimpfung und traditionelle Gesellschaft im Württemberg des frühen 19. Jahrhunderts (Medizin, Gesellschaft und Geschichte, 10). Stuttgart. 

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
15.04.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
22.04.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
29.04.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
06.05.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
20.05.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
27.05.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
10.06.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
17.06.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
24.06.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
01.07.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
08.07.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline
15.07.2021 (Donnerstag)16.15 - 17.45 UhrOnline

Semester: SoSe 2021