S. Medialität und Visualität der Kultur: “The Image That Never Ends“ oder: Das Bild zwischen Macht/Wissen, Alltagspraxis, Forschungstool. Theorie & Praxis der Visuellen Anthropologie
Dozent:innen: Marlene Sophie HempelKurzname: 05.174.24_160
Kurs-Nr.: 05.174.24_160
Kurstyp: Seminar
Inhalt
Was ist Visuelle Anthropologie? Welche thematischen Felder, Methoden und medialen Formate umfasst sie? Und welche Formen von Wissen entstehen, wenn wir als Anthropolog*innen nicht nur über Bilder sprechen, sondern mit ihnen forschen?Visuelle Anthropologie heißt sowohl, unsere wissenschaftliche Praxis um visuelle Methoden und Repräsentationsformen zu ergänzen, als auch, unser Erkenntnisinteresse auf Aspekte menschlicher Erfahrung zu richten, für deren Beforschung visuelle Zugänge einen besonderen Beitrag leisten können. So treten Arbeiten in den Vordergrund, die sich mit Sinneserfahrungen, Körperlichkeit, Performativität, Affekten, ästhetischen Ordnungen und visuellen Alltagskulturen auseinandersetzen.
Ausgehend von Roger Canals holistischer Definition der Visuellen Anthropologie erkundet das Seminar vier miteinander verschränkte Perspektiven der Disziplin: (1) Bilder als Orte der Aushandlung von Identitäten, sozialen Beziehungen und gesellschaftlichem Zusammenleben; (2) kulturell geprägte Praktiken und Dispositive des Sehens und Gesehenwerdens; (3) audiovisuelle Methoden als Teil ethnographischer Forschungsprozesse; sowie (4) Bilder als eigenständige Formen anthropologischer Wissensvermittlung – jenseits und in Ergänzung zur Textethnographie. Dabei steht auch zur Debatte, welche epistemologischen Verschiebungen entstehen, wenn anthropologisches Wissen in hybriden Formaten wie Filmen, Ausstellungen, Installationen, interaktiven Websites oder Graphic Novels präsentiert wird.
In diesem Seminar verbinden wir theoretische Lektüre mit der Analyse klassischer und aktueller Arbeiten der Visuellen Anthropologie. Die Studierenden vertiefen in Kleingruppen einen der vier Teilbereiche der Visuellen Anthropologie und bringen ihr Wissen als Expert*innen ins Seminar ein; ein begleitendes Lesetagebuch dient der Reflexion zentraler Konzepte und Praxisbeispiele.
Im Mittelpunkt steht außerdem die Schärfung eigener Forschungsinteressen und die Frage, wie sich visuell-anthropologische Ansätze hierfür produktiv nutzen lassen. Die Studierenden entwickeln ein Portfolio zu einem eigenen Forschungsvorhaben, das neben der theoretischen und methodischen Verortung eine visuelle Recherche und ein Visual Mapping umfasst. Das Mapping dient der Reflexion eigener Erwartungen, Vorannahmen und Imaginationen des Forschungsfeldes sowie einer ersten Annäherung an die Bedeutung von Visualität im jeweiligen Forschungszusammenhang.
Alternativ zum Visual Mapping besteht die Möglichkeit, einen selbstreflexiven Kurzfilm zu realisieren, der mit found footage zum Thema und Texteinblendungen oder einem Voiceover der Forschenden arbeitet.
Termine
| Datum (Wochentag) | Zeit | Ort |
|---|---|---|
| 08.05.2026 (Freitag) | 12:00 - 14:00 | Online Einführungstermin (externer Raum) |
| 22.05.2026 (Freitag) | 12:00 - 16:00 | 02 445 P205 1141 - Philosophisches Seminargebäude |
| 23.05.2026 (Samstag) | 10:00 - 15:00 | 00 465 P12 1141 - Philosophisches Seminargebäude |
| 26.06.2026 (Freitag) | 12:00 - 16:00 | 02 445 P205 1141 - Philosophisches Seminargebäude |
| 27.06.2026 (Samstag) | 10:00 - 15:00 | 00 465 P12 1141 - Philosophisches Seminargebäude |