SoSe 2011

PS. Zur kulturellen Ordnung sozialer Systeme II - Gedächtnis und Erinnerung

Dr. Thomas Schneider

Kurzname: Ordnungssysteme II/I
Kursnummer: 05.174.110

Empfohlene Literatur

Gudehus, Christian (Hrsg.): Gedächtnis und Erinnerung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart u.a. 2010.

Inhalt

Gedächtnis und Erinnerung gehören heute zu den Schlüsselkategorien der Geistes- und Sozialwissenschaften und erlebten seit den 1980er Jahren eine boomartige Konjunktur. Standen in den 1980er- und 1990er-Jahren vor allem das Vergessen und die Verdrängung, mithin also der Mangel an Erinnerung, im Fokus der Betrachtung, so stellen heute die Allgegenwart von Erinnerung und die Beschäftigung mit dem Umgang mit Erinnerung im Zentrum der Überlegungen. Als Gründe für die Konjunktur dieses Forschungsfeldes werden häufig drei ausschlaggebende Gründe benannt: historische Transformationsprozesse (System- und Generationenwechsel), der rasante Wandel der Medientechnologie (digitale Revolution) sowie wissenschaftliche Paradigmenwechsel.
Als Gründervater der sozial- und kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung gilt der französische Soziologe Maurice Halbwachs, dessen Konzept des „kollektiven Gedächtnis‘“ am Beginn der Erschließung des komplexen, transdisziplinären und mittlerweile (nahezu) unüberschaubaren Forschungsfeldes stand, und auf den sich auch die weiteren Ansätze und Forschungen etwa von Marc Bloch, Pierre Nora, Jan und Aleida Assman u.a. beziehen. Auch für die Kulturanthropologie/Volkskunde ist der Komplex Gedächtnis und Erinnerung von hoher Bedeutung, was nicht zuletzt in ihrer Ausrichtung auf alltagskulturelle Phänomene, vor allem aber auch in der verbreiteten Anwendung der Methoden des biographischen Interviews, der Oral History und der Bewusstseinsanalyse begründet ist. Gruppenspezifische Erinnerung, kulturelles Gedächtnis, öffentliche Erinnerungskultur, kommunikatives Gedächtnis, Erinnerungsorte – diese und viele weitere Begriffe und ausgewählte kulturwissenschaftliche Ansätze und Konzepte zur Gedächtnisforschung werden im Seminar vorzustellen und zu diskutieren sein, ebenso wie methodologische Probleme, die sich aus diesen Erkenntnissen für die Forschungspraxis ergeben.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
20.04.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
27.04.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
04.05.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
11.05.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
18.05.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
25.05.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
01.06.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
08.06.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
15.06.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
22.06.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
29.06.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
06.07.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
13.07.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude
20.07.2011 (Mittwoch)18.15 - 19.45 Uhr02 445 P205
1141 - Philosophisches Seminargebäude

Semester: SoSe 2011