SoSe 2017

HS. Medialität der Kultur - Geschichte wird gemacht? ANERKENNUNG

N.N.

Kurzname: HS Medialität Kultur
Kursnummer: 05.174.16_1020

Inhalt

Geschichte wird gemacht?
Kulturanthropologisch-volkskundliche Blicke auf das inszenierte Nacherleben von Historischem im Alltag des 20. und 21. Jahrhunderts

Als 2013 in der Nähe von Leipzig der 200. Jahrestag der sogenannten Völkerschlacht mit einer aufwendig inszenierten Nachstellung der historischen Kampfhandlungen begangen wurde, zeigten sich einige Berichterstatter befremdet von diesem „Spektakel irgendwo zwischen Volksfest und Gedanken an ein blutiges Gemetzel“ (Zitat von ZEIT Online). Aber die performative Auseinandersetzung mit Geschichte findet auch abseits solch medial begleiteter Großereignisse statt und zwar oftmals als Freizeitgestaltung im privaten und halböffentlichen Raum. Als gedankliche Weiterführung des Seminars „‚Living History‘, populäre Geschichtsbilder und die Konstruktion regionaler Identitäten“ (WS 2015/16) sollen drei grundlegende Fragen im Zentrum des Seminars stehen: 1. Was bewegt Menschen dazu, sich in ihrer Freizeit aktiv mit Reenactment zu beschäftigen, also Vergangenes nachzustellen und nachzuerleben; 2. inwiefern lässt sich die mediale Darstellung bzw. Vermittlung als Bestandteil des Phänomens begreifen und 3. wie kann sich die Kulturanthropologie/Volkskunde als eine induktiv vorgehende Alltagskulturwissenschaft dem Gegenstand theoretisch wie auch praktisch annähern? Zur Diskussion gestellt werden Ergebnisse aktueller interdisziplinärer Forschungsprojekte. Eigene ethnographische Untersuchungen vornehmen und die eigenen Befunde im Kontext der Sekundärliteratur reflektieren zu können, wird im Rahmen der Lehrveranstaltung möglich sein.

Empfohlene Literatur

Willner, Sarah; Koch, Georg & Samida, Stefanie (Hg.). Doing History. Performative Praktiken in der Geschichtskultur (Edition Historische Kulturwissenschaften, Bd. 1). Münster/New York: Waxmann.
Semester: SoSe 2017