WiSe 2018/2019

MA Ü. Übung zum kulturwissenschaftlichen Dokumentarfilm

Dr. Thomas Schneider

Kurzname: Ü kultwiss Dokfilm
Kursnummer: 05.174.685

Inhalt

Das Seminar findet in Verbindung mit der Tagung „Zum dokumentarischen Wert von Amateurfilmen“ der dgv-Kommission für Film und audio-visuelle Anthropologie statt, die vom dem Fach Kulturanthropologie/Volkskunde am 29./30. November 2018 ausgerichtet wird. Die Studierenden, für die das Seminar relevant ist, werden gebeten, sich diese Termine freizuhalten.

Ein Auftakttermin sowie Näheres zur Organisation der Veranstaltung wird vor Beginn des Wintersemesters bekanntgegeben.

 
„Call for Papers“ zur Tagung „Zum dokumentarischen Wert von Amateurfilmen“

Die technischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben zu einer Verdichtung audio-visueller Aufzeichnungen über jenen Untersuchungsgegenstand geführt, der im Mittelpunkt kulturanthropologischer, ethnologischer resp. volkskundlicher Forschungen steht: der Alltag. War der Kreis derjenigen, die sich früher überhaupt eine technische Ausrüstung für solche Vorhaben leisten konnten, äußerst begrenzt, kann heutzutage praktisch jeder bzw. jede mit dem Smartphone Alltagsszenen dokumentieren und filmisch aufbereiten. Die Verfügbarkeit dieser Geräte in der Gegenwart hat darüber hinaus dazu geführt, dass es kaum noch unbeobachtete Momente gibt. Jederzeit und allerorten wird gefilmt, und zwar längst nicht mehr nur an den besonderen Tagen im Jahr, sondern sozusagen rund um die Uhr, und das nicht nur im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Akteuren und Filmenden, sondern vielerorts auch „heimlich“. Welchen dokumentarischen Wert haben solche Materialien für eine Alltagskulturforschung? Wie authentisch sind sie? Wie lassen sie sich für wissenschaftliche Fragestellungen erschließen? Und welche ethischen Probleme sind mit ihrer Verwendung verbunden? Ausgehend von solchen drängenden Fragen im Umgang mit rezenten Filmmaterialien soll auf der geplanten Tagung die historische Dimension des Themas nicht unberücksichtigt bleiben. Weit verbreitet sind mittlerweile Versuche, private Filme in historischen Dokus zu berücksichtigen und auf diesem Wege subjektive Perspektiven auf die Vergangenheit zu eröffnen, wie es einst die Oral History ermöglicht hat. Auch wenn sich die Überlieferung alter Schmalfilme und bespielter VHS-Kassetten mit der heutigen Bilderflut kaum messen kann, handelt es sich doch auch hierbei um ein spezifisches Quellenmaterial, dessen historischer Wert eine intensivere Betrachtung verdient.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
18.10.2018 (Donnerstag)14.15 - 15.45 Uhr00 441 P10
1141 - Philosophisches Seminargebäude

Semester: WiSe 2018/19